WOLF BÖWIG
1964 in Hannover geboren, arbeitet seit 1992 als freier Fotojournalist in den Krisengebieten Zentralasiens, West- und Zentralafrikas. Seine Schwarzweiß-Photografien wurden in Publikationen wie Neue Zürcher Zeitung, Le Monde, The Independent, Guardian, Stern, Lettre International oder New York Times veröffentlicht. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt und ausgezeichnet. Wolf Böwig war Gründungsmitglied der deutschen Sektion der Organisation „Reporters sans frontiers“. 2006 veröffentlichte er gemeinsam mit dem Autor Pedro Rosa Mendes den Titel „Schwarz. Licht. Passagen durch Westafrika“ im Verlag Brandes und Apsel, Frankfurt a. M.


FOTOARBEITEN 1995 – 2005
In einer Zeit, in der die multimediale Bilderflut aus den Krisenregionen der Welt dazu führt, dass wir umschalten, umblättern und wegsehen, kämpft der Fotograf Wolf Böwig gegen das Schweigen. Seine Reportagen aus den Bürgerkriegs-Gebieten Westafrikas, aus Liberia, Angola und Sierra Leone oder aus Afghanistan leben von seinem Mut zur Nähe. Seine unverfälschte, leise, konzentrierte Fotografie entfaltet große erzählerische Kraft. Sie erzählt von den grundsätzlichen Dingen des menschlichen Lebens: von Schmerz und Hass, von Verzweiflung und Freude. Und sie erzählt von der Überzeugung, dass die letzte Stufe der Gewalt die Zerstörung der Würde des Menschen ist. „Krieg kann schlecht mit Gesichtern umgehen, denn ein Gesicht ist das Gegenteil von Distanz“, schreibt der portugiesische Autor Pedro Rosa Mendes, der seit Jahren mit Böwig durch die Kriegsgebiete Westafrikas reist. Und er beschreibt ihre gemeinsame Arbeit so: „Wir suchen nach Blumen, wo der Wald in Brand gesteckt wurde.“

Die Ausstellung im Herbst 2006 zeigte zum ersten Mal eine Retrospektive der Arbeiten Wolf Böwigs aus den letzten zehn Jahren. Neben Reportagen aus Westafrika sind Serien aus Kuba, Indien und beispielsweise auch Böwigs poetische Flussreise durch Bangladesh zu sehen.