THE THINGS WE DO FOR LOVE Fotografische Arbeiten aus der Bialobrzeski-Klasse an der HfK Bremen

THE THINGS WE DO FOR LOVE
Anlässlich des 5-jährigen Jubiläums der Lehrtätigkeit von Peter Bialobrzeski an der Hochschule für Künste in Bremen, zeigen die Robert Morat Galerie, Hamburg, die Galerie Lichtblick, Köln und die LA Galerie Lothar Albrecht, Frankfurt, parallel zueinander insgesamt sechzehn fotografische Positionen seiner Schüler. Die dreiteilige Ausstellung, die unter dem programmatischen Titel „The Things we do for Love“ von Marion Üdema und Sandy Volz zusammengestellt wurde, gewährt erstmals einer breiten Öffentlichkeit Einblick in die Arbeitsweise einer Gruppe junger, engagierter Fotografen und Fotografinnen. In erstaunlicher stilistischer und thematischer Vielfalt reflektieren die Arbeiten eine Offenheit, die im akademischen Betrieb nicht selbstverständlich ist.

THE THINGS WE DO FOR LOVE
On the occasion of his fifth anniversary as a professor at the Academy of Arts in Bremen, Peter Bialobrzeski presents photographic series by sixteen of his students. Three German galleries have teamed up to present this remarkable, threepart exhibition-project. The Robert Morat Gallery in Hamburg, Galerie Lichtblick, Cologne and the LA Gallery Lothar Albrecht in Frankfurt are showing “The Things we do for Love” simultaneously, each presenting a group of five or six young, dedicated photographers. The three exhibitions, arranged by Marion Üdema and Sandy Volz, reflect a staggering stylistic and topical variety and an openness that is seldom found in the academic field.

Tine Casper
Tine Casper

TINE CASPER
„PARENTS IN LAW“
„In meiner Arbeit geht es um die Beziehung zu den Eltern des Partners oder auch den Schwiegereltern und um die Trennung, die ebenfalls vollzogen wird, sobald ein Paar getrennte Wege geht. Die inszenierten Familienporträts mit den Eltern meiner ehemaligen Partner sollen ein Moment der verloren Verbindung festhalten.“

Hannes von der Fecht
Hannes von der Fecht

HANNES VON DER FECHT
„INNER PERIPHERY“
„Die innere Peripherie liegt zwischen der Innenstadt und der äußeren Peripherie. Meisten finden sich dort Büros oder kleinere Betriebe wider. Diese Orte werden tagsüber genutzt und verlieren nach Betriebschluss ihre Funktion und Identität. Bis auf wenige Menschen die in ihnen wohnen, verwandeln sie sich in Durchfahrtorte und hinterlassen nur noch Verweise auf das, was tagsüber hier passiert.
In der Serie „Inner Periphery“ geht es um diese Verweise und um die Verwandlung einer solchen Gegend. Scheinbar erzählt sie dabei unterschiedliche Geschichten.“

Hannes von der Fecht
Hannes von der Fecht

CHRISTIAN GÜSSOW
„LEIDENSCHAFT“
„Kurz nach dem Training sind die Muskeln noch angespannt, die Gedanken weit weg, die Außenwelt ist nur ein gedämpftes Hintergrundrauschen. Das ist der Moment, wo man als Sportler noch ganz in sich vertieft ist. In diesen wenigen Sekunden setzt man keine Pose auf. Man ist zu erschöpft, aber auch noch zu betäubt von Adrenalin.“ Genau in diesem Moment entstehen Christian Güssows Sportler-Portraits. „Gereizt haben mich aber ebenfalls die Trainingsorte, schließlich halten sich die meisten Leistungssportler einen großen Teil ihres Lebens in Turnhallen, Schwimmbädern, Sportstadien und natürlich in der Natur auf. Der Augenblick, an dem der Mensch mit der Natur - seinem Umfeld wieder zum Ganzen wird. Das Gefühl wieder ein Teil der Natur zu sein, und erst danach taucht man wieder auf.“

Hannes von der Fecht
Hannes von der Fecht

MANJA HERRMANN
„HEIMKEHR“
„Unseren Sinnen genügt nur ein Anstoß einer Erinnerung, schon setzt sich der Geist in Bewegung und besinnt sich auf alles, was dazugehört. Denn Landschaft, Erinnerung und Verheißung von Ruhe sind Ausdruck von Melancholie und Träumerei. Fernab virtueller Abgestumpftheit lasse ich den modernen Menschen heimkehren zu einer Empfindung. Er spürt, vor der verlorenen Natur, ein Gefühl von Unvollständigkeit, welches ihn sehnsüchtig werden lässt.
Die von mir aufgesuchten Orte, zwar Kulturlandschaft, suggerieren unberührte Natur, deren Schönheit sich durch die Anwesenheit von Menschen manifestiert.“

„Die Bilder der Romantik sollten mehr erwecken als bezeichnen. Sie sind die kostbaren goldenen Schlüssel womit, wie alte Märchen sagen, die hübschen verzauberten Feengärten aufgeschlossen werden.“ Heinrich Heine

Hannes von der Fecht
Hannes von der Fecht

TORBEN HÖKE
„RENTED ROOMS“
„Hotels sind Unterkunfts- und Begegnungsstätten. Die Serie „Rented Rooms“ entstand während einer zweimonatigen Reise durch Indien in verschiedenen sogenannten Low-Budgets-Hotels. Diese Unterkünfte bieten reine Übernachtungsdienstleistungen zu einem günstigen Preis an, es wird auf aufwändige Luxusausstattungen und erweiterte Serviceleistungen verzichtet. Bezahlt wird lediglich für einen Schlafplatz. Es handelt sich hierbei sozusagen um die Reinform funktionaler Hotelkultur. Die in der Regel kurze Aufenthaltsdauer der Gäste und die reduzierte, sich ähnelnde Ausstattung verursachen einen Eindruck von Beliebigkeit, der die Erinnerungen an die verschiedenen Orte verwischen lässt: Diese Hotels sind Durchgangsorte. Die Serie verknüpft verschiedene Hotels miteinander und zeigt flüchtige Begegnungen sowie stetig wiederkehrende Elemente, die die spezielle Austauschbarkeit dieser gemieteten Räume ausmachen.“

Hannes von der Fecht
Hannes von der Fecht

INGA SEEVERS
„ES IST SO GEWESEN“
„Ich möchte die Dinge nicht so zeigen wie sie vermeintlich sind, sondern so wie ich sie sehe. Der große Vorteil der Fotografie gegenüber anderen Kunstformen besteht in ihrer vermeintlichen Neutralität. Man glaubt ihr erstmal alles, und so kann meine ganz persönliche Sicht der Dinge zu einer Art Wirklichkeit werden. Das Foto beweist es ja: Es ist so gewesen.
Im Falle dieser Arbeit zeige ich Büsche und Bäume die sich kraftvoll, groß und mächtig in den Raum ausbreiten. In alle Richtungen gleichzeitig. Wie Explosionen in Zeitlupe, eingefroren auf meinen Bildern. Sie bilden gewaltige Wände, lodern durch Jägerzäune und entfalten sich vor Wohnhäusern. Mächtig und stark und trotzdem schön, so habe ich es gesehen und so ist es gewesen.“